Höllbachhof Konzept

Geschichte

Meine erste Begegnung mit diesem Ort war im Oktober 2009 und es war Liebe auf den ersten Blick. Der Hof liegt direkt am Höllbach, geborgen inmitten von grünen Hügeln, das Naturschutzgebiet „Hölle“ im Rücken. Große Felsen durchziehen das Bachbett, oft umarmt von kräftigen Baumwurzeln. Moos, Buchenlaub und Fichtengrün bilden ein dichtes Geflecht – so dicht, dass die Luft im Sonnenschein grün leuchtet.

Ein Ort, der Ruhe, Kraft und Klarheit schenkt. Friedlich, uralt weise und unerschütterlich.

Der Höllbachhof ist rund 500 Jahre alt. Früher trug er den Namen „Kothof“ – Kot ist ein altbayerischer Ausdruck für „fruchtbare Erde“. Der Hof trägt diesen Namen zu recht: die Erde in unserem Garten strotzt vor Fruchtbarkeit, die Pflanzen streben kraftvoll empor und bringen reiche Frucht.

Früher war´s anders…

Mehrere Vorbesitzer haben hier gewirkt und dem Hof das Potential gegeben, das wir heute nutzen können: Ein Wohnhaus, das mit Sorgfalt und viel Liebe zum Detail saniert wurde, ein Seminarhaus, das Wärme und Geborgenheit ausstrahlt, ein kleines Gästehäuschen für Menschen, die uns besuchen oder eine kurze Auszeit vom Alltag nehmen.

Ein großer, terrassierter Gemüsegarten mit Gewächshaus – groß genug, um alle Bewohner und Gäste mit frischem Gemüse, Salat und Früchten zu versorgen.

Ein Brunnen mit eigenem Quellwasser in der Mitte des Hofes, eine massive Scheune mit Werkstatt und Heulager auf dem Dachboden, ein kleiner Stall und ein hübsches Holzlager.

Wo wir stehen

Im Februar 2015 haben wir als neue „Eigentümer“ den Hof übernommen. Wir haben zunächst einige Umbauten am Wohn- und am Seminarhaus vorgenommen und widmen uns nun intensiv der Garten- und Feldarbeit.

Stefan lebt seit September 2016 fest auf dem Hof, für mich (Elisabeth) wird es allerdings noch etwa eineinhalb Jahre dauern, bis ich ganz und ausschließlich auf dem Höllbachhof leben kann – derzeit pendle ich noch zwischen Hohenbrunn (bei München) und Rettenbach.

Zwei Schafe und zwei Ziegen melken wir derzeit. Aus dieser Milch machen wir Joghurt, Quark, Frischkäse, Camembert und Schnittkäse für uns und unsere Seminargäste.

Auch in Hohenbrunn gibt es noch einen großen Garten, der uns mit Gemüse, Salat, Kräutern und Blumen reich beschenkt.

Wir haben sechs Ziegen, drei Milchschafe und einen Schafbock, ein paar Hühner, Laufenten, Gänse, Bienen, Katzen, Fische und eine wunderbare Hündin, die über die gesamte „Viecherei“ wacht.

Was wir am Höllbachhof wollen…..

Unser wichtigstes Anliegen ist es, den Bauernhof wieder zu beleben – allerdings nicht in der heute üblichen Form einer „Landwirtschaft“. Unser Vorbild ist vielmehr der „Kleinsthof“ oder auch „Gärtnerhof“ (Mehr dazu hier).

Wir möchten den Höllbachhof als eine Art „Archehof“ nach biologischen Richtlinien bewirtschaften. Es geht uns darum, mit wachem Bewußtsein und offenem Herzen eine Gemeinschaft mit den Tieren und Pflanzen, der Erde und der Landschaft zu sein, die sich gegenseitig nährt, fördert und erhält. Respekt und Achtung vor dem Leben sind die Grundlage für unsere Arbeit, Ethik und Prinzipien aus der Permakultur sind wertvolles Gestaltungs-werkzeug. Es geht uns um Selbstversorgung und darum, unsere Gäste für ein natürliches Leben zu begeistern.

Im Herbst 2016 haben wir eine große Streuobstwiese mit 60 Bäumen angelegt. Die Bäume stammen allesamt aus der Bio-Baumschule Brenninger – alte, robuste Sorten die für das rauhe Klima im vorderen Bayerischen Wald gut gerüstet sind.

Wir experimentieren gerade mit selbstgemachtem Waschmittel (aus Kastanien und Efeu), Kosmetik und Seifen – auch das ist ein wichtiger Aspekt der Selbstversorgung und entlastet die Gewässer enorm.

Auch die Selbstversorgung mit Arzneimitteln (selbstgemachte homöopathische Mittel, Heilkräuter, Salben und Tinkturen) liegt uns am Herzen. Ein riesiges Lern- und Experimentierfeld – wir stehen hier noch ziemlich am Anfang, aber sind begeistert von der Fülle an Möglichkeiten.

Energiekonzept für die Zukunft

Lebensenergie schenkt uns der Wald und die wunderbare Landschaft hier täglich in Hülle und Fülle. Die Energie für Heizung und Warmwasser liefert derzeit noch eine Ölheizung, und das wollen wir so bald wie möglich ändern.

Mit fachmännischer Unterstützung möchten wir den Höllbachhof energietechnisch sanieren und autark machen. Dafür möchten wir die Ressourcen hier vor Ort (Sonne, Wind, Holz, Kompost*, Mist und Molke) nutzen.

Wir werden ausserdem nach und nach auf Komposttoiletten umstellen – das liefert wertvollen Kompost und schützt unser Trinkwasser.

Menschen begeistern

Ein inniger Wunsch ist es, Menschen für ein natürliches Leben zu begeistern.
Wir möchten die Sehnsucht nach Rück-Verbindung wecken, nach einem Leben in Harmonie und Einklang mit der Natur und unserem ursprünglichen Wesen.

Es geht uns darum, die Fähigkeit und Fertigkeit zur Selbstversorgung zuerst in uns zu entwickeln und dann an Interessierte zu vermitteln. Wir sehen darin eine Möglichkeit, frei zu werden von existentiellen Ängsten, Manipulation und Konsumzwang. Wenn es gelingt, die Liebe und Verbundenheit zum Leben wieder zu fühlen, wird sich unsere Lebensweise unweigerlich verwandeln.

Wir wollen ausprobieren, wie eine echte Alternative aussehen kann, was es im praktischen, alltäglichen Leben bedeutet, wie diese Erkenntnisse „Wurzeln schlagen, Knospen, Blüten und Früchte bringen können – auf allen Ebenen.