Gestern hat mich meine Freundin Maria besucht. Sie macht seit einiger Zeit eine Ausbildung in Chinesischer Teezeremonie – Gong Fu Cha – und beschreibt sie als „eine Kunst, die uns mit all unseren Sinnen verbindet, uns zu mehr innerer Balance verhilft und unsere Lebensenergie stärkt“. Ich spürte ihre Begeisterung wann immer wir darüber ins Gespräch fanden und das war schön zu erleben – aber darüber hinaus interessierte ich mich nicht weiter dafür.
Inzwischen hat Maria ein „Reise-Service“, das sie kurzerhand mitgebracht hat um mir das Erlebnis einer Tee-Zeremonie zu schenken. Und weil die letzten Tage bei mir ziemlich bedrückt und von alten Sorgen geplagt waren (schlaflos bei Nacht, müde und dünnhäutig bei Tag), war eine meditative Tee-Zeremonie eine angenehme Vorstellung. Ich hoffte dadurch etwas zur Ruhe und auf andere Gedanken zu kommen.
Maria hat zuerst eine Reihe hübscher Keramikgefäße aufgestellt – in jedem Gefäss befand sich ein anderer Tee. Sie sprach von unterschiedlichen Verfahren (fermentiert, oxidiert, getrocknet), von der hohen Qualität ihrer Tees und vom „Tee-Spirit“ – von der feinstofflichen Energie eines jeden Tees. Sie ließ mich den Duft atmen und auch den Tee auswählen, den sie für unsere Zeremonie verwendete.
Konzentriert und mit großer Wertschätzung hat sie den Tee dann zubereitet. Sie verwendet dafür ein spezielles Tablett, sehr besondere kleine Kännchen, Filter, Schälchen und winzige Tassen. Das heisse Wasser wird nicht nur in die Kanne eingefüllt, sondern auch von aussen über die Keramik gegossen, bis alles ineinander fliesst. Es gibt mehrere „Runden“ – die selben Teeblätter werden immer wieder aufgegossen und mit jeder Runde verändert sich ihr Duft, der Geschmack und die Wirkung.
Die Konzentration auf den Tee, sein blumiger Duft und der erdige Geschmack hat mich beruhigt und zentriert. Aber womit ich nicht gerechnet habe, war der heilsame Prozess, den diese Zeremonie angeregt hat! Zunächst ist eine heisse, feurige Energie in mir aufgestiegen, die ich kaum zu halten vermochte – da war plötzlich so VIEL, dass ich nicht wusste, wie ich das (aus-)halten sollte! Dann kamen Bilder und Erinnerungen – alte Enttäuschungen und große Traurigkeit. Und mit dem Tee flossen endlich auch meine Tränen! Ich bin tief eingetaucht in das, was es gerade zu verabschieden und loszulassen gilt, hab’ Tränen der Trauer geweint und Tränen der Dankbarkeit.
Maria hat diesen Prozess mit liebevoller Gelassenheit begleitet, hat den Raum gehalten und Teeblätter aufgegossen. Runde um Runde, Tasse für Tasse. Bis es friedlich wurde und die Emotionen ab ebbten, bis die Kraft des Tees verklungen war.
Ein wunder-volles Erlebnis.
Wenn Du jetzt neugierig geworden bist und mehr über die Chinesische Teezeremonie, über Maria, über Ihr Angebot „Sinn und Energie“ wissen willst, hier geht’s zur Webseite: Maria die Stimme