Noch sind wir in der Winterpause – Mitte November waren die letzten Seminargäste mit Birke Knopp hier, Anfang Februar beginnt für uns der neue Jahreszyklus mit Karin Wittmann’s Ausbildungsgruppe in Körperpsychotherapie.
So sehr ich die Winterruhe geniesse, so sehr freue ich mich jetzt darauf, wenn wieder Gäste kommen. Diesen wilden, schönen Platz mit anderen zu teilen, aus den Schätzen unseres Gartens wohlschmeckende und wohltuende Speisen zu bereiten, die verschiedenen Gruppen von Herzen willkommen zu heissen und sie als „Hüter des Hofes“ ein kleines Stück auf ihrem Weg zu begleiten – ich empfinde das als zutiefst befriedigend und erfüllend.
Es hat eine Weile gedauert, bis ich, bis WIR uns so richtig am Hof als „Seminarort“ eingefunden haben. Zuerst ging es für uns vor allem darum, diesen Platz zu pflegen, instand zu setzen, eine ökologische Energieversorgung zu etablieren. Unser Land zu „verlebendigen“, in dem wir Hecken angelegt und Bäume, Blumen, Stauden und Kräuter gepflanzt haben. Wir haben Lebensraum geschaffen und eine „bunte Mischung“ von Tieren angesiedelt.
Auch in diesen ersten Jahren am Höllbachhof gab es Seminare, vor allem die Visionssuche mit Geseko und Gabriele lag uns immer besonders am Herzen. Aber erst seit ich für unsere Gäste auch als Seminarköchin tätig bin, verwebt sich alles zu einem großen Bild.
Wir verzichten bewußt auf luxuriöse Ausstattung und teure Umbauten, denn die Zeit bei uns soll für alle Gäste bezahlbar sein und das, was unseren Hof „besonders“ macht ist die wilde, kraftvolle Natur, das lebendige Zusammenwirken der Pflanzen, Steine und Tiere und die Liebe, mit der wir diesen Platz hegen, pflegen und hüten.
„Geburtsraum“ sein für Menschen, die sich nach Heilung, Sinn und Wahrhaftigkeit sehnen – das ist es, was uns antreibt. Und die Erkenntnis, dass dieser Geburtsraum nicht allein durch Stefan und mich entsteht, nicht nur durch die Gebäude und Infrastruktur, sondern vor allem durch das Zusammenwirken ALLER Wesen hier, hat mich tief berührt. Hat mein Verständnis für uns als „Seminarort“ verändert.
Wie oft hören wir Erzählungen, in denen zum Beispiel eine unserer Katzen eine wichtige Rolle als Seelentröster spielt, oder in der eine Libelle vor den Augen einer Gästin aus ihrem Kokon schlüpft und damit starkes Symbol für anstehende Wandlung ist. Da ist der Biber, der den Schwitzhüttenplatz besiedelt sobald eine neue Schwitzhütte errichtet wurde und der Dachs, der einem Visionssucher den Weg weist. Da sind starke Granitformationen, die in stürmischer Nacht Geborgenheit vermitteln und der Bach, der das Loslassen lehrt.
Wann immer ich mich einspüre, dem Bach und den Bäumen hier lausche, ist da ein klares JA zu all dem. Dieser Ort WILL in Kontakt sein, will in Begegnung sein mit uns Menschen. Er ist eine große und umfassende Einladung. Es liegt an uns, diese Einladung zu vermitteln und an unseren Gästen, sie anzunehmen.
Und so haben sich im Lauf der Jahre Seminarleiter eingefunden, die genau das suchen und schätzen. All die vielfältigen Seminare sind vielfältige Wege mit dem immer gleichen Ziel: Heilung, Rückverbindung mit der eigenen Wahrheit, dem eigenen Kern. Lebendig sein und das eigene Potential entfalten in tiefer Verbundenheit mit all dem Leben um uns herum.
Auf ein Neues 🙂