Das Naturschutzgebiet Hölle, der Höllbachhof und die umliegende Landschaft ist ein grün leuchtender Kraftort. Erdig, ehrlich, unbändig wild und unbeschreiblich sanft – ein kostbares Juwel.
Wenn ich mit meiner Hündin Maya durch die Wälder streife fühlt es sich an, als könnte ich hier endlich wieder richtig durchatmen – atmen in jede Zelle, in die Tiefe meiner Seele hinein. Urvertrauen, stilles Glück, Dankbarkeit und Freude breitet sich in mir aus.Grün-lichter-Ort

Besonders jetzt im Frühling scheint es, als würde selbst das Sonnenlicht hellgrün leuchten. Die jungen Blätter der Buchen, das frische Grün der Blaubeersträucher, der hellgrüne Haselhain – das ganze Tal leuchtet in hellgrünem Sonnenlicht.Grün-lichter-Ort3

Frühlingswunder.
Jedes Jahr beginnt das Leben auf’s Neue.
In jeder Knospe, in jedem Blatt, in jeder Blüte.
Ein Wunder. Immer wieder.

Jeden Morgen und jeden Abend gehe ich an dem zarten Haselgeflecht der Schwitzhütte vorbei, die in der Talmulde hinter dem Hof eingebettet ist. SchwitzhütteJeden Morgen und jeden Abend ist auch sie in leuchtendes Grün getaucht. Es ist ein besonders friedvoller, versöhnter und wunderschöner Anblick.

Anfang Juni wird es wieder ein Schwitzhüttenritual geben und Gerhard Popfinger baut ein Medizinrad aus Steinen. Einen Kraftort am Kraftort.
(Wenn Du dabei sein möchtest – Infos zum Seminar gibt’s hier).

Wie viele Menschen haben wohl durch all die Zeiten hindurch hier Kraft geschöpft, Heilung gefunden, Rituale gefeiert?
Hier, an diesem mystischen Ort mit den uralten Steinwesen?

Naturschutzgebiet Hölle

Naturschutzgebiet Hölle

In einer Hand voll Boden gibt es mehr Lebewesen als Menschen auf der Erde. In der oberen Bodenschicht eines fruchtbaren Bodens leben pro m² eine Billiarde Bakterien. Regenwurm & Co. verwandeln organische “Abfälle” in fruchtbaren Humus.

Wir haben vor vier Jahren aufgehört, unseren Garten tief umzugraben, denn dabei werden die verschiedenen Bodenschichten vermischt und das wertvolle Bodenleben gestört. Statt dessen bedecken wir die Erde im Frühjahr und im Herbst mit einer dicken Mulchschicht. Damit verhindern wir, dass der Boden austrocknet, der Wind wertvollen Humus verweht oder Starkregen ihn wegspült. Wir füttern die Regenwürmer, die sich daraufhin üppig vermehren, den Boden lockern, belüften und durch ihre Ausscheidungen mit Nährstoffen anreichern.

Mulchbeet2 Kürbis-im-Mulch

Am Anfang braucht es etwas Geduld – der Boden braucht Zeit für diese “Umstellung”. Mikroorganismen, Pilzmycelen und Regenwürmer müssen sich erst wieder einfinden und vermehren. Aber jetzt, nach vier Jahren, ist der Unterschied unverkennbar, die Erde üppig, fruchtbar und durchsetzt mit Regenwürmern.

Gestern haben wir unsere Kartoffeln gelegt. Ganz vorsichtig haben wir die Löcher dafür ausgehoben und waren begeistert, WIE lebendig unser Boden ist!

Kartoffeln

 

…..wie wir essen?

Diese Frage stand vor einiger Zeit in der Zeitschrift OYA.
Eine interessante Frage, findest Du nicht?

Wir beschäftigen uns seit einiger Zeit mit Komposttoiletten. Unsere Ausscheidungen – Kot und Urin – enthalten eine Fülle von wertvollen Nährstoffen. Sie könnten gute Nahrung sein für all die Bodenlebewesen, die daraus fruchtbaren Kompost machen würden.

BodenlebenAber anstatt unseren “Mist” zu kompostieren und die Bodenfruchtbarkeit zu erhöhen, spülen wir ihn mit einer großen Menge Trinkwasser in anonyme Kanalsysteme. Wir drücken auf den Spülknopf und sind froh, nichts weiter damit zu tun zu haben.
So wird aus wertvollen Nährstoffen Problemmüll, der ein monströses Wiederaufbereitungs-Netz antreibt.

Bei der konkreten Idee, die Toiletten am Höllbachhof in Komposttoiletten zu verwandeln, stossen wir in uns selbst, bei unseren Kindern und bei den  Seminargästen auf allerlei Widerstände. Menschenkot ist einfach ekelhaft.

Wollen wir wirklich und tatsächlich die Scheisse all der Menschen sammeln, die hier am Hof leben oder zu Gast sind? Wollen wir das wirklich kompostieren, mit Hilfe von Holzkohle vielleicht sogar Terra Preta herstellen und damit unsere Wiesen und Felder düngen? Oh je.

Die Vorstellung, dasselbe mit tierischen Ausscheidungen zu tun, macht uns und allen, die wir dazu befragen, gar keine Probleme. Es ist ja normal, dass Tiermist auf die Felder ausgebracht wird, wo unsere Lebensmittel wachsen.
Was ist das nur, dass wir Menschen uns so viel mehr vor Menschen ekeln?

Wie auch immer – unser Entschluss steht.
Wir werden zunächst zwei Toiletten für den Seminarbetrieb und eine Toilette für uns privat aufstellen. Wir werden versuchen, daraus Terra Preta (super fruchtbare Schwarzerde) zu gewinnen. Wir werden ausprobieren und Erfahrungen sammeln. Und vielleicht gelingt es uns, den anfänglichen Ekel in Wertschätzung zu verwandeln – spätestens dann, wenn aus unserer Scheisse fruchtbare Erde geworden ist, die nach dunklem Waldboden duftet….;-)

KomposttoiletteWenn Du wissen willst, wie eine Komposttoilette genau funktioniert, verlinken wir Dich HIER gerne auf die Seite von Wald-und-Wiesen-Design, die uns insgesamt am besten gefällt und wohl auch Lieferant unserer Toiletten sein wird.

 

Permakultur – eine HerzensAngelegenheit.

Vor rund fünf Jahren habe ich an einem 14tägigen Permakultur-Zertifikatskurs im Chiemgau teilgenommen. Von allen Kursen und Seminaren die ich im Lauf der Jahre belegt habe,  war das mit Abstand das Wert-vollste, Ermutigendste und Bereicherndste.
Seitdem krempelt sich unser Alltag um, der Garten wurde LebensRaum für allerlei Bäume, Sträucher, Gemüsepflanzen, für uns und eine bunte “Viecherei” (Schafe, Ziegen, Regenwürmer, Bienen, Hühner und Enten).

seminarprogramm-höllbachhof

In dem Buch Permakultur für alle habe ich gelesen, dass die gesamte “Biomasse” Ameisen unseres Planeten größer ist als die “Biomasse” Mensch. Ameisen sind auf den Planeten bezogen Nützlinge – uns Menschen hingegen muss man derzeit wohl eindeutig als Schädling bezeichnen.

Die Bestrebungen der meisten Umweltschutzorganisationen und entsprechender Initiativen zielt hauptsächlich darauf ab, dass wir Menschen weniger schädlich für uns, unsere Mitwelt und den Planeten werden. (Was ganz realistisch gesehen schon mal ein riesen Schritt wäre!). Aber – könnten wir nicht vielleicht sogar NÜTZLING werden? Könnten wir durch eine andere Lebensweise nicht nur weniger schädlich sondern dem Leben eine Bereicherung sein?

Es vergeht kein Tag, an dem ich mich diese Frage nicht beschäftigt:
Wie könnte es gelingen, dass wir Nützlinge werden? Ich finde, die Permakultur ist ein ermutigendes Konzept dafür.

SAM_2138Von den beiden Permakultur’lern Christoff Schneider und Bernhard Gruber haben wir in unserem Kurs viel gelernt über die “Alchemie des Lebens”. Über den Kreislauf von Erde, Pflanze, Tier und Mensch. Und darüber, wie wir als Mensch einen sinn-vollen Platz  darin einnehmen können.

Was ist Permakultur?

Hände1Permakultur ist eine Herzensangelegenheit.
Sie ist viel mehr als eine Form von biologischem Gärtnern, von biologischer Landwirtschaft oder Selbstversorgung.

Die Permakulturbewegung entstand aus einer kurzen aber intensiven Zusammenarbeit von zwei australischen Wissenschaftern.
Bill Mollison und David Holmgren entwickelten Mitte der 70er Jahre Permakultur als kreative Antwort auf die Umweltzerstörung durch die Industrienationen.

Mit diesem einzigartigen Planungswerkzeug werden ökologische Land-, Forst- , Wasser- und Energiewirtschaft sowie Gartenbau, Architektur, Gemeinschaften und Sozialökonomie, harmonisch und holistisch miteinander verwoben.

Permakultur bietet kreative Gestaltungs- und Designstrategien als Antwort auf die bevorstehenden Veränderungen und Krisen. SAM_2061 SAM_2040

„What permaculturists are doing is the most important activity that any group is doing on the planet“ David Suzuki (kanad. Wissenschaftler und Umweltaktivist)

Sorge für die Erde – sorge für den Menschen – teile gerecht und schränke Dich ein.  Dieser Satz bringt die grundlegende Haltung zum Ausdruck, die alles umfasst – den Schutz unserer Mitwelt, soziale Gerechtigkeit und die Konzentration und Reduktion auf das Wesentliche.

Für Stefan und mich ist Permakultur eine Herzensangelegenheit. Wir wollen uns nicht treiben lassen von Angst und Mangel. Wir möchten mit unserer Arbeit die Liebe zum Leben feiern. Wir wollen die Dankbarkeit und Freude für die Fülle der Natur zum Ausdruck bringen. Und ausserdem gibt’s einfach nichts Besseres, als frisch geerntetes Gemüse, Brot aus eigenem Korn gebacken und die Milch von unseren Tierfreunden 🙂

Neugierig geworden?

Von 17. bis 31. Juli 2016 findet am Höllbachhof ein Kurs mit Christoff Schneider statt, organisiert von Carsten Essig, Seventh-Generation.de

DSCF3287_2Christoff hat im Lauf vieler Jahre einen unglaublichen Schatz an Wissen und Erfahrung gesammelt, den er großzügig und unermüdlich teilt.

Der 72h Permakultur-Design Zertifikatskurs

  • Vermittelt kreative Gestaltungs- und Designstrategien für alle Klimazonen.
  • Erklärt was bei der Planung nachhaltiger und behaglicher Lebensräume für Menschen zu beachten ist.
  • Zeigt wie Leben mit und in Harmonie mit der Natur ohne Ausbeutung unserer natürlichen Ressourcen funktioniert.
  • Regt zu ganzheitlichem Denken an und zeigt Strategien zum schließen von Kreisläufen.
  • Hilft mit unsere Bürde auf Großmutter Erde zu verringern.
  • Bringt die Selbstverantwortung wieder zu den Menschen zurück.

Permakultur – weil’s Spaß und SINN macht!

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Eine neue Gemeinschaft mit mehreren Tausend Mitgliedern hat ihr neues Quartier bezogen: Es gibt wieder Bienen am Höllbachhof.

Vor etwa vier Jahren haben wir begonnen, uns intensiver mit Bienen zu beschäftigen. Wir ahnten schon immer, dass sie faszinierende Wesen sind. Aber WIE spannend das Leben eines Bienenvolkes tatsächlich ist, ist kaum zu beschreiben.
Bienen dienen ihrem Volk und dienen dem Leben in all seiner Vielfalt. Sie sind zäh, mutig und enorm fleissig und zugleich so zerbrechlich und empfindsam. Bienen1-web

Abbé Warré bezeichnete sie als
Priesterinnen bei der Hochzeit der Blumen.
Ich finde, schöner lässt es sich kaum ausdrücken…

Demeter bedeutet in Bezug auf ein Bienenvolk nicht, dass sich die Bienen ausschließlich von Nektar ernähren, der auf biodynamischen Gärten und Feldern  wächst. Das festzulegen und zu kontrollieren wäre unmöglich. Demeter bezieht sich in diesem Fall auf die Art der Haltung. Eine andere Ausdrucksweise dafür wäre “wesensgemäß“.  Link zum Leitbild des Demeter-Imkers Ulrich Miller

P1080418   Auf diesem Foto ist zu sehen, wie unser Bienenschwarm – angelockt vom Duft ihrer Königin (die bereits im Bienenhaus ist), selbstständig in die neue Behausung einzieht. Wir haben ihnen als Quartier eine Warrébeute angeboten. In dieser Art der Beute können die Bienen völlig frei bauen. Es gibt z. B. keine Rahmen, die eine bestimmte Anordnung vorgeben und die Behausung ist nach unten bei Bedarf erweiterbar. Diese Art der Behausung kommt einem natürlichen Quartier (z. B. in einem hohlen Baumstamm) ziemlich nahe.

Faszinierend war es zu beobachten, dass die stärksten Bienen aus dem Schwarm bald schon Futter gesucht und damit die schwächeren Bienen gefüttert haben. Immer wieder kamen einzelne Bienen – gelb von Pollen – angeflogen, setzten sich zu den entkräfteten, schwachen Tieren und stellten ihnen Nahrung zur Verfügung. So kamen auch die Schwachen wieder zu Kräften und konnten in die neue Behausung einziehen.

Ulrich Miller bietet am 8. und 9. Oktober ein Seminar für Bienenhalter und Imkern bei uns auf dem Höllbachhof an. Er gibt darin all den Fragen Raum, die im alltäglichen Leben, in den eigenen Erlebnissen und Erfahrungen mit Bienen und Bienenhaltung auftauchen.

Ulrich Miller

Ausserdem planen wir für Frühling 2017 auch wieder einen Einstiegskurs in die “wesensgemäße Bienenhaltung” bei uns am Hof. Mehr zu Ulrich Miller’s Seminaren
Für alle, die sich gerne von der Natur begeistern lassen, schon mal eine Idee zum Vormerken 🙂

Und jetzt gerade brummt’s in unserem Birnbaum – der Blütenduft im Sonnenschein ist für unsere Bienen einfach unwiderstehlich.

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Einige unserer Tiere sind auf einer Sommerweide in Hohenbrunn. Hier hat eine besorgte Spaziergängerin mehrmals anonym beim Veterinäramt angerufen und auf unsere Tiere hingewiesen. Daraufhin kam der Leiter des Veterinäramtes unangemeldet zu uns, stellte fest dass es den Tieren ausgezeichnet geht, dass sie jedoch NICHT vorschriftsmäßig gekennzeichnet sind.
Es ist nämlich so, dass Schafe und Ziegen in jedem Ohr eine große Ohrmarke tragen müssen, also pro Tier zwei Marken, eine davon jeweils elektronisch. Für diese Ohrmarken gibt es eine extra Zange, mit der ein etwa maiskorngroßes Loch ins Ohr gestanzt wird.

Ohrlöcher für Ohrmarken in Ziegenohren

Ohrlöcher für Ohrmarken in Ziegenohren

Zu diesem ersten Schmerz des Lochens kommt ein dauerhafter Schmerz am Ohr, der die Ursache dafür ist, dass sich Schafe und Ziegen nur ungern am Kopf anfassen lassen.
Ausserdem sind die Ohrmarken so groß, dass die Ziegen oft im Gestrüpp oder am Zaun damit hängen bleiben und sich die Marken zum Teil aus dem Ohr reissen, das Ohr damit aufschlitzen oder Geschwüre an der elektronischen Ohrmarke entstehen.

All das ist zahlreich dokumentiert, entsprechende Tierschutzinitiativen fordern, dass die Tiere per Chip gekennzeichnet werden dürfen (wie Katzen und Hunde auch – einfach schmerzfrei unter die Haut gespritzt). Infos dazu gibt es hier: http://www.aktiontier.org/kampagnen/ohren-ohne/

Die Vereinigung der Schaf- und Ziegenhalter ist vor Gericht gezogen um diese unnötige Quälerei zu beenden – leider alles vergeblich.

Die Ohrmarken sind per EU-Verordnung beschlossen und in nationales Gesetz umgewandelt. Sie sind ohne Ausnahme erforderlich, egal ob es sich um einen landwirtschaftlichen Betrieb oder um einen Hobbyhalter handelt. Wer sich weigert wird mit einem Bußgeld von bis zu 25.000 Euro belangt.

Wir sind nun aufgefordert, unsere Tiere zu registrieren und mit Ohrmarken zu versehen.
Ich weigere mich und bin auf der Suche nach einem rechtlichen “Schlupfloch”, denn wenn Natur und Gesetz im Widerspruch stehen, hat die Natur immer recht.
Sollte also jemand einen hilfreichen Hinweis für uns haben: bitte gerne!